Tabelle Regionalliga Nordost 2025/26

Aktuelle Tabelle der Regionalliga Nordost 2025/26 mit detaillierter Analyse aller Mannschaften und Trends.

Die Saison 2025/26 der Regionalliga Nordost hat sich nach siebzehn Spieltagen zu einem packenden Wettbewerb entwickelt. Die Tabellenspitze liegt so eng beieinander wie seit Jahren nicht. Traditionelle Schwergewichte kämpfen um den Aufstieg in die 3. Liga, einige Überraschungsteams mischen die Liga auf. Wir analysieren die Tabellensituation, die Trends und die Kräfteverhältnisse.

Die aktuelle Tabelle nach 17 Spieltagen

PlatzVereinSpSUNToreDiffPkt
1BFC Dynamo17114234:14+2037
2Energie Cottbus II17113331:16+1536
3Chemnitzer FC17104329:15+1434
4Carl Zeiss Jena1795327:17+1032
51. FC Lok Leipzig1794428:20+831
6Hallescher FC1785424:18+629
7Berliner AK1784525:21+428
8FSV Zwickau1775522:19+326
9SV Babelsberg 031774621:22-125
10VSG Altglienicke1765620:21-123
11FC Viktoria 1889 Berlin1764719:23-422
12Tennis Borussia Berlin1755718:24-620
13ZFC Meuselwitz1753916:27-1118
14FC Eilenburg1745815:25-1017
15Greifswalder FC1744916:28-1216
16Hertha BSC II1735914:26-1214
17Germania Halberstadt17331113:29-1612
18FC Rot-Weiß Erfurt17241111:28-1710

Die Spitzengruppe: Vierkampf um den Aufstieg

An der Spitze hat sich ein Quartett festgesetzt. Der BFC Dynamo führt mit 37 Punkten und war die konstanteste Mannschaft der Hinrunde. Unter Trainer Heiner Backhaus steht eine Defensive, die in 17 Spielen nur 14 Gegentore zugelassen hat — der mit Abstand beste Wert der Liga.

Einen Punkt dahinter lauert Energie Cottbus II. Die junge Zweitvertretung des Drittligisten spielt mutigen Offensivfußball und hat mit 31 Treffern die zweitbeste Offensive. Ob als Zweitvertretung ein Aufstiegsrecht bestünde, bleibt offen, aber sportlich ist die Leistung stark und zeigt die Tiefe des Cottbuser Kaders.

Der Chemnitzer FC komplettiert das Spitzentrio mit 34 Punkten. Die Sachsen überzeugen durch ihre Heimstärke: acht Siege aus neun Heimspielen. Auswärts schwächelt der CFC aber, was den Rückstand erklärt. Die Vereinsanalyse zeigt, warum der Traditionsverein trotzdem als ernsthafter Aufstiegskandidat gilt.

Carl Zeiss Jena rundet die Spitzengruppe mit 32 Punkten ab. Die Thüringer halten die ligaweit längste ungeschlagene Serie von acht Spielen und sind seit dem 9. Spieltag ohne Niederlage. Coach Andreas Patz hat ein taktisch flexibles Team geformt, das mit Dreierkette genauso funktioniert wie im 4-2-3-1.

Das Mittelfeld: Breite Qualität, enge Abstände

Zwischen Platz 5 und 12 liegen nur elf Punkte — ein Beleg für die Ausgeglichenheit. Der 1. FC Lok Leipzig (31 Punkte) und der Hallesche FC (29 Punkte) können sich Hoffnungen auf die oberen Ränge machen, haben aber gegen direkte Konkurrenten zu viele Punkte liegengelassen. Die Torjäger beider Mannschaften gehören zu den besten der Liga, aber die defensive Anfälligkeit auswärts verhinderte bisher den Sprung nach oben.

Der Berliner AK auf Rang sieben ist die positive Überraschung. Nach dem Beinahe-Abstieg der Vorsaison haben die Moabiter unter dem neuen Trainerteam eine Wandlung vollzogen. 28 Punkte im Mittelfeld, gestützt auf die beste Standardsituation-Quote der Liga: Zehn der 25 Treffer fielen nach ruhenden Bällen.

Der FSV Zwickau (26 Punkte) und SV Babelsberg 03 (25 Punkte) liefern sich ein Duell um die Plätze acht und neun. Solide Defensive bei beiden, aber zu wenig Durchschlagskraft im Angriff. Die Winterpause-Bilanz wird zeigen, ob Transfers für frischen Wind sorgen.

Die Abstiegszone: Wer muss zittern?

Am Tabellenende haben sich drei Mannschaften in eine bedrohliche Lage gebracht. FC Rot-Weiß Erfurt steht mit nur 10 Punkten auf dem letzten Platz und müsste eine historische Aufholjagd starten. Die Defensive ist ein Problem: 28 Gegentore in 17 Spielen sind der zweitschlechteste Wert der Liga.

Germania Halberstadt (12 Punkte) und Hertha BSC II (14 Punkte) stecken ebenfalls tief im Tabellenkeller. Für Halberstadt besonders bitter, nachdem die Vorsaison noch ruhig im Mittelfeld verlief. Sechs der elf Niederlagen gingen mit nur einem Tor Unterschied verloren — das Team verliert die engen Spiele.

Hertha BSC II kämpft als Zweitvertretung mit ständiger Fluktuation, weil Spieler regelmäßig zur Bundesliga-Mannschaft hochgezogen werden. Das macht Konstanz schwierig.

Statistische Auffälligkeiten

Heimstärke dominiert: Die Heimmannschaften haben 58 Prozent aller Spiele gewonnen — überdurchschnittlich hoch. Das spricht für die leidenschaftliche Fankultur in den Stadien der Regionalliga. In Chemnitz, bei Lok Leipzig und in Jena ist der Heimvorteil besonders ausgeprägt.

Tore in der zweiten Halbzeit: 63 Prozent aller Tore fielen nach der Pause, mit Häufung zwischen der 60. und 80. Minute. Das deutet auf Fitnessprobleme bei einigen Teams hin, die in der Schlussphase regelmäßig einbrechen. Die Analyse des 17. Spieltags liefert Beispiele.

Junge Kader: Das Durchschnittsalter liegt bei 23,4 Jahren — so niedrig wie nie in der modernen Regionalliga Nordost. Besonders die Zweitvertretungen setzen auf Nachwuchs, aber auch Erstvertretungen wie der Greifswalder FC haben gezielt verjüngt.

Zuschauerschnitt steigt: 3.240 Zuschauer pro Spiel, rund acht Prozent über dem Vorjahr. Spitzenreiter ist der BFC Dynamo mit 4.800 im Sportforum Hohenschönhausen, gefolgt vom Chemnitzer FC mit 4.200. Diese Zahlen zeigen das wachsende Interesse an der Regionalliga als Alternative zum kommerzialisierten Profifußball.

Auffällig ist die zunehmende Verbreitung der Dreierkette. Mindestens sechs Mannschaften spielen regelmäßig mit drei Innenverteidigern, was ligaweit zu mehr flügelbetontem Spiel geführt hat. Die erfolgreichsten Teams kombinieren dabei offensive Außenverteidiger mit einer kompakten Mittelfeldraute.

Carl Zeiss Jena hat mit dem asymmetrischen 3-4-2-1 die wohl interessanteste Variante gefunden. Links schiebt ein offensiver Wingback hoch, die rechte Seite ist bewusst defensiver angelegt. Diese Asymmetrie hat viele Gegner vor Probleme gestellt, wie die Spieltag-Analysen zeigen.

Der BFC Dynamo setzt auf ein diszipliniertes 4-2-3-1 mit schnellem Umschaltspiel. Die Hohenschönhausener haben den niedrigsten Ballbesitz-Anteil aller Top-6-Teams (durchschnittlich 48 Prozent), erzielen aber die meisten Tore nach Balleroberungen. Dieses effiziente Konterspiel trägt die Tabellenführung.

Ausblick auf die Rückrunde

Die Winterpause gibt den Teams die Chance, sich personell und taktisch neu aufzustellen. Welche Mannschaft die klügsten Wintertransfers tätigt und die Belastung am besten verkraftet, wird sich zeigen. Erfahrungsgemäß drehen in der Regionalliga Nordost Teams auf, die in der Hinrunde noch nicht ihr volles Potenzial abgerufen haben — die Aufstiegsgeschichten der Vergangenheit liefern Beispiele dafür.

Der Aufstiegskampf zwischen BFC Dynamo, Chemnitzer FC, Carl Zeiss Jena und Lok Leipzig verspricht Spannung bis zum Schluss. Am Tabellenende werden die Winterzugänge darüber entscheiden, ob Rot-Weiß Erfurt und Germania Halberstadt die Klasse halten oder in die Oberliga absteigen müssen.

Die Rückrunde startet am 15. Februar mit dem Kracher BFC Dynamo gegen Carl Zeiss Jena — ein Duell, das Richtung für den weiteren Saisonverlauf geben dürfte. Die Tabellen und Analysen werden auf dieser Seite laufend aktualisiert.

Quellen: DFB — Regionalliga Nordost, kicker — Regionalliga Nordost Tabelle, Transfermarkt — Regionalliga Nordost