Lok Leipzig gewinnt das Derby bei der BSG Chemie

Der 1. FC Lokomotive Leipzig hat das Derby gegen die BSG Chemie Leipzig vor 4999 Zuschauern mit 1:0 gewonnen. Überschattet wurde die Partie von einer 15-minütigen Spielunterbrechung.


Das Tor des Tages erzielte Robert Zickert in der 32. Minute. Die beste Chance zum Ausgleich hatte  Stefan Karau (71.), der nach einem Freistoß aus kurzer Distanz beinahe eingenickt hätte, doch Ryan Malone konnte noch vor der Torlinie klären. Kurz vor Ende musste Chemie-Torhüter Dölz mit einer Roten Karte vom Feld (Handspiel außerhalb des Strafraums) und im Anschluss kletterte ein Lok-Anhänger über den Zaun und versuchte aufs Spielfeld zu gelangen. Die Polizei positionierte sich daraufhin vorm Gästeblock und die Partie war für knapp 15 Minuten unterbrochen.

Da Chemie schon drei Mal gewechselt hatte, musste Feldspieler Manuel Wajer ins Tor, doch Tore wollten nicht mehr fallen und der 1. FC Lokomotive Leipzig kann sich über einen Sieg zum Saisonauftakt freuen.

Lok-Trainer Heiko Scholz zeigte sich nach der Partie zufrieden: „Es war ein geiles Derby, würdig, hart aber fair. Bis auf fünf Minuten. Ich hoffe, dass sie die Chaoten festmachen und diese nie wieder ein Stadion betreten.“

Sein Gegenüber Dietmar Demuth präsentierte sich als fairer Verlierer: „Es war ein geiles Derby, würdig, hart aber fair. Bis auf fünf Minuten. Ich hoffe, dass sie die Chaoten festmachen und diese nie wieder ein Stadion betreten.“

Polizeieinsatz zum Stadtderby zwischen der BSG Chemie Leipzig und dem 1. FC LOK Leipzig

Bereits ab 8:00 Uhr wurden Straßensperrungen vorgenommen worden, um das Konzept der strikten Fantrennung zu gewährleisten. Deshalb konnte der Individualverkehr die Auenwaldquerung über Gustav-Esche-Straße und Am Ritterschlößchen bis gegen 15:30 Uhr nicht nutzen.

Wie bereits zum Pokalspiel im November 2016 wurden mehrere hundert Anhänger der BSG Chemie Leipzig, welche sich in den frühen Morgenstunden am Herderplatz in Connewitz gesammelt hatten, unter Polizeibegleitung zur S-Bahn-Haltpunkt „Leipzig-MDR“ geführt.  Die Fahrt zum Stadion nach Leutzsch verlief ohne jegliche Störungen und Vorkommnis.

Parallel nutzte die überwiegende Mehrheit der mit Eintrittskarten ausgestatteten Anhänger des 1. FC Lokomotive Leipzig die bereitgestellten Bus-Shuttle zwischen Bruno-Plache-Stadion und Alfred-Kunze-Sportplatz. Ca. 150 „Lokisten“ allerdings nahmen eine S-Bahn bis nach Leutzsch. Dort wurden sie von den Einsatzkräften in Empfang genommen. Einige Identitätsfeststellungen wurden durchgeführt. Dabei wurden 12 Personen identifiziert, die ein Stadionverbot hatten. Diesen wurden umgehend ein Platzverweis ausgesprochen. Die Personen die im Besitz einer Stadionkarte waren und kein Stadion- und Aufenthaltsverbote hatten wurden zur 2. Halbzeit eingelassen.

Die Begegnung verlief bis  zur 87. Minuten  weitestgehend problemlos wobei sich die Zuschauer lediglich mit fußballtypischen Gesängen und Sprechchören duellierten. Danach kam es zu einer ca. 10 minütigen Spielunterbrechung. Sogenannte „Fans“ von Lok Leipzig  wollten den Zaun im Gästeblock übersteigen und sogenannten „Fans“ von Chemie hatten sich vermummt und versuchten einen Zaun niederzureißen. Die Securitykräfte hatten diese Fans bereits wieder zurückgedrängt noch bevor die Polizei zur Unterstützung am Spielfeldrand eingetroffen war. Eine Identitätsfeststellung war daher nicht mehr möglich. Die Polizei und die Securitykräfte hatten die Lage schnell wieder unter Kontrolle.

Nach dem Schlusspfiff wurden die Anhänger des 1. FC Lokomotive Leipzig per Bus-Shuttle wieder zum Bruno-Plache-Stadion gefahren, wo sie wenig später mit den Gästen des dortigen Public Viewing die nachfolgende Mannschaft begrüßten. Die Fans der BSG Chemie Leipzig traten ihren Heimweg, nachdem sie auch ihrer Mannschaft für den angenommenen Fight Anerkennung zollten, ebenfalls zügig an.

Foto: twitter.com/1fclokleipzig

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